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Palais Holler

Nöfer Architekten
Projektdaten

Architekt:           Nöfer Architekten

Fotos:                  Maximilian Meisse, René Wildgrube

Lage:                   Kurfürstendamm 170, Berlin

Bauherr:             Holler Stiftung, München

Fertigstellung:  2017

Das Palais Holler am Kurfürstendamm 170 ist ein Bürogebäude mit Ladenlokalen im Erdgeschoss, das für die gemeinnützige Holler-Stiftung aus München errichtet wurde. Der Bauherr und Architekt hatten sich vorgenommen ein Haus zu entwickeln, das dem Bautypus des prächtigen Palais am Kurfürstendamm ein zeitgenössisches Exemplar hinzufügt. Daher sollte die Gestaltung dem in der aktuellen Architekturdebatte oft zu vernehmenden Wunsch nach einer "städtischen" Architektur entsprechen. Was aber bedeutet Stadtarchitektur?

Zunächst geht es darum, das Gelungene des überkommenen Stadtbilds zu achten und weiterzutragen. Aus den Gebäuden des Kurfürstendamms des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts lässt sich ein Typus destillieren: Er besteht aus einem Erdgeschoss mit einem klar ausgezeichneten Eingang und Ladenlokalen. Die Fassade greift Motive des europäischen Palastbaus auf und wird durch zwei Erker bereichert. Nach oben bietet eine durch variantenreiche Aufbauten geschmückte Dachzone nahezu den Anblick einer Stadt über der Stadt. Der Typus zeigt im Grundriss ein Vorderhaus mit zwei Seitenflügeln und einem Hinterhaus, die einen Hof umschließen. Hinter dem Haus befindet sich ein kleiner Garten. Dieser Typus wurde im Entwurf für das Palais Holler vollständig umgesetzt.

Das Palais Holler ist ein großzügiges Haus, kein Monument mit z.B. überwiegend öffentlicher Funktion. Gerade deshalb muss dessen Fassade aber der Öffentlichkeit Tribut zollen, muss sie den Hintergrund des Stadtlebens ausmachen und dem Übergang zum Privaten Ausdruck verleihen. Die fünf Vollgeschosse orientieren sich an den entsprechenden Geschosshöhen der Nachbarbauten. Die beiden darüberliegenden Geschosse werden durch das Traufgeschoss und das Ateliergeschoss "kaschiert". Es wurden einerseits charakteristische Elemente des Wohnungsbaus, wie Erker und Balkone, andererseits die horizontalen Brüstungsbänder samt Skelett eines modernen Bürogebäudes in ein klassisches Fassadensystem eingefügt. Die Fassade besteht aus einer massiven 9-25cm dicken Vormauerschale aus fränkischem Jura-Kalkstein.