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Haus in Strehlen

Peter Zirkel
Projektdaten

Architekt:                    Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten

Fotos:                           Till Schuster

Statik:                          Ingenieurbüro Vogel

Freianlagen:               Grüne Landschaft GmbH

Lage:                            Dorotheenstraße 17, Dresden

Bauherr:                      privat

Fertigstellung:            2017

Der Stadtteil Strehlen, im Südosten Dresdens, grenzt unmittelbar an die Parkanlage des Großen Gartens im Zentrum an. Trotz der zentralen Lage im Gefüge der Stadt, bedingt durch die Zäsur des Dammes der Bahnlinien nach Tschechien, ist der Charakter des Stadtteiles eher vorstädtisch geprägt. Angrenzend an das Grundstück beginnt das Wohnviertel der ehemaligen Heimstätten-Genossenschaft Reick. Dabei handelt es sich um Siedlungsbauten der 1920-1930er Jahre, dreigeschossig mit ockerfarbenen Putzfassaden, Natursteinsockel und Satteldach.
Der Entwurf für das Einfamilienhaus in Strehlen ist davon bestimmt, das kleine Bauvolumen mit den größeren Gebäuden der Nachbarschaft in Einklang zu bringen. Die plastische Ausformung des Baukörpers und die den Nachbargebäuden entlehnte Höhenentwicklung verleihen dem Haus ein einprägsames Erscheinungsbild, dass das eigentlich zu geringe Bauvolumen in seiner Bedeutung überhöht. Nur so ist es möglich, ein Pendant zum Siedlungsbauwerk im Kreuzungsbereich zu schaffen, das der städtebaulichen Situation angemessen ist.

Das Haus hat einen umlaufenden Spritzwassersockel aus grau-gelbem schlesischem Sandstein und eine Vormauerschale aus Normalformatziegeln mit Wasserstrichoberfläche. Grund- und Aufriss basieren auf dem oktametrischem Maßsystem, also auf einem Baurichtmaß von 12,5 cm (Steinlänge 11,5 cm zuzügliche einer Fuge von 1 cm).
Der Wechsel von Läufer- zu Blockverband im Mauerwerk basiert auf einer Änderung der konstruktiven Ausführung im Bereich der Attiken. Der mehrschalige Aufbau der kerngedämmten Fassade wird dort in ein homogenes, massives Ziegelmauerwerk übergeführt. Das hat auch zur Folge, dass die Innenseiten der Brüstungen steinsichtig sein können. Der Blick vom Innenraum nach Außen, der nahezu auf jeder Etage über eine vorgelagerte Terrasse in den Garten führt, ist so auch von den Materialien Ziegel und Sandstein geprägt.

Die innere Organisation des Hauses nutzt die Höhenentwicklung, um drei Bereiche zweckmäßig voneinander zu trennen. Im Erdgeschoss befinden sich der Eingang mit Windfang, das Wohnzimmer mit offener Küche und einige ergänzende Nebenräume (WC, Arbeitszimmer). Im Geschoss darüber liegt der Bereich der Kinder mit eigenem Bad und einem Abstell- bzw. Spielzimmer. Das oberste Geschoss ist den Erwachsenen mit Schlafzimmer, Bad und Ankleide vorbehalten. Die nach oben kleiner werdenden Etagen nutzen die sich ergebenden Dachflächen der darunter liegenden Geschosse als zusätzliche Terrassenflächen. So ist es möglich in jedem Geschoss einen Außenraum anzubieten.
Eine reduzierte Technik, sowie eine robuste und langlebige Ausführung des Bauwerks, aber auch eine angemessene und selbsterklärende Einordnung in das städtebauliche Ensemble ergeben ein nachhaltiges Haus, dass über einen sehr langen Zeitraum Bestand haben wird.