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Braubachstraße Domrömer

Eingartner Khorrami Architekten
Projektdaten
 
Architekt:    Eingartner Khorrami Architekten
Fotos:    Stefan Müller, Maximilian Meisse
Lage:   Braubachstraße 23, Frankfurt
Bauherr:    Domrömer GmbH
Das Haus in der Braubachstraße 23 scheint ein typisches Frankfurter Haus zu sein, obwohl es ein solches wie dieses nie gab. Das ist die Idee: Das Haus zu verorten, indem lokale Spezifika destilliert und transformiert und zu einem neuen Ganzen komponiert werden, dessen Erscheinungsbild gleichermaßen eigenständig wie kontextuell eingebunden ist. Erinnerungen an Details und an einen spezifischen Habitus, einen bestimmten Ausdruck und eine bestimmte Farbigkeit und Materialisierung der Umgebung klingen an, ohne diese direkt zu zitieren.

Die mit rotem Naturstein bekleideten Fassaden des Hauses Braubachstraße 23 sind stark plastisch ausformuliert. Dreieckig gefaltete Wandpfeiler, Stürze und Brüstungen ergeben zusammen mit den unterschiedlichen Fenstergrößen und den damit verbundenen wechselnden Leibungstiefen ein ausdrucksstarkes und spannungsreiches Spiel. Sowohl expressionistische als auch mittelalterliche Züge kann man am Haus entdecken. Es sind diese beiden Form- und Bilderwelten, die den Ort prägen und die auch den Entwurfsprozess begleiteten: die expressionistische Architektur des frühen 20. Jahrhunderts, die in der Braubachstraße besonders präsent ist – und die lokale, detailreiche und stark gegliederte mittelalterliche Architektur der weitgehend untergegangenen Altstadt.

Der Neubau genau an der Schnittstelle dieser beider Stadtbauepochen vereint diese beiden Welten. Der Spitzbogen - ein Motiv, das nicht nur in der Gotik, sondern auch im Expressionismus vorkommt - wird zum prägnanten Hauszeichen. Die an der Hausecke angebrachte historische Spolie des Apfelweintrinkers und die „eingestreuten“ Diamantquader an der Steinfassade des Sockelgeschosses verleihen dem Haus eine romantische Note; es bildet den Auftakt zur engen Altstadt, die man über die schmale Neugasse entlang der kurzen Westfassade des Hauses betritt. Die bündig in die Fassade gesetzten Metallrahmen der Kastenfenster in den Obergeschossen und die sparsam geteilten, mit Bronze bekleideten Erdgeschossfenster kennzeichnen das Gebäude dennoch als zeitgenössisch.

Neben zwei Ladenlokalen an der Braubachstraße befinden sich in dem Haus fünf große Wohnungen, die als Einspänner organisiert sich jeweils über die gesamte Etage erstrecken und über eine rückwärtige Loggia zum Hof verfügen. Das Foyer hinter dem Spitzbogeneingang ist mit einem gefalteten „Kirchendach“ überdeckt und nimmt Bezug auf die Fassadengeometrie. Ein Natursteinboden mit umlaufendem Passepartout und eine halbhohe Wandverkleidung aus Holz verhelfen dem Foyer zur der hochwertigen Anmutung, die dem zentralen Ort in der Stadt angemessen erscheint.