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Badehaus

Buol & Zünd Architekten
Projektdaten

Architekt:          Buol & Zünd Architekten

Fotos:                 Georg Aerni

Lage:                  Dozwilerstrasse 7, Kesswil

Bauherr:            privat

Ein historisches Fachwerkhaus und ein rechtwinklig dazu angeordneter Schopf bilden das bestehende Ensemble. Dazu kommen Außenanlagen wie der Gemüsegarten auf der Südseite und der geometrisch gestaltete, pittoreske Eingangshof. Ein Baumgarten, der östlich der bestehenden Bauten noch in Ansätzen vorhanden ist, sollte durch ein Badehaus mit Swimmingpool ergänzt werden. Die Setzung des Hauses unterteilt den Obstgarten in eine Wiese und in eine flache Zone mit reguliertem, gepflegtem Rasen und Baumbestand. So wird, in Analogie zu den Außenräumen der bestehenden Anlage, die zusammenhängende Fläche des Obstgartens neu geordnet und damit das bestehende Ensemble ergänzt.

Ein großes, in seiner Wirkung gar mächtiges Walmdach erzeugt einen Ort für das Badehaus. Die Räume, die unter diesem Dach versammelt sind, entwickeln im Grundriss eine Autonomie und artikulieren dadurch ihre spezifischen Eigenarten bezüglich der Lage im Obstgarten. Der Gartenraum ist axial-symmetrisch angelegt. Der Genuss des Obstgartens wird so, besonders bei geöffneten Fenstern, auf drei Seiten des Raumes erlebbar gemacht. Über diesen Raum ist ein Zeltdach gesetzt, das seine Eigenständigkeit zusätzlich stärkt. Die Küche ist u-förmig organisiert und durch ein Fenster in der Längsachse des Gebäudes belichtet. Dieses Fenster erlaubt den Blick auf den Bodensee. Das quer zum Grundriss gelegte Walmdach über der Küche unterstreicht die Lage dieses Raumes im Grundriss. Zwischen diesen beiden Haupträumen entsteht eine Zwischenzone, die den Übergang der beiden Haupträume bildet und die Nassräume enthält.

“Nur eine Architektur, die versucht, sich unvoreingenommen all ihrer Möglichkeiten zu besinnen, seien sie alt oder neu, bewährt oder einmalig, und die diese rigoros, nachvollziehbar und angemessen nutzt und zum Ausdruck bringt, kann auch wirklich zeitgenössisch und zugleich modern sein. Erst damit ist sie künstlerischer Ausdruck kultureller Tätigkeit. ” — Laurent Stalder in Werk,Bauen+Wohnen (Schweizer Ausgabe), Vol.90 —

Im Dachraum ist eine in Grundriss und Schnitt polygonale Schlafkammer eingeschrieben, die durch ihre Geometrie die Stimmung des «unter dem Dach seins» noch verstärkt. Diese drei eigenständigen, entsprechend ihrer Lage, Stimmung und Charakter entwickelten Räume werden dank des Daches zu einem Ganzen verbunden. Im Aufriss wird dieses Dach über eine feine tektonische Gliederung des Baukörpers glaubwürdig auf den als Verlängerung des Swimmingpools wirkenden Sockel gesetzt.