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Königsufer und Neustädter Markt

Prof. BERND ALBERS
Projektdaten
 
Architekt:    BERND ALBERS Gesellschaft von Architekten mbH
Lage:    Königsufer und Neustädter Markt, Dresden
Auslober:   Landeshauptstadt Dresden
Ergebnis:   1. Preis
Das Projekt bietet Dresden die doppelte Chance, das Elbufer mit seinen signifikanten Bürgerhäusern an der vorgelagerten Elbterrasse wieder zu gewinnen und zugleich den barocken Platzraum des Neustädter Marktes zu reaktivieren. Um der Bedeutung des Neustädter Marktes gerecht zu werden und zugleich die heutige Verkehrssituation zu berücksichtigen, wird eine 2-stufige Entwicklung vorgeschlagen.
Stufe I: Trotz der überbreiten Verkehrsschneisen, Großen Meißner Straße und Köpckestraße, bietet sich bereits heute die Möglichkeit zur räumlichen Fassung des Platzraumes im Süden. Daher wird die heutige südliche Straßenbegrenzung als zukünftige Platzkante begriffen. Durch eine parallele Verschiebung der historischen Baustruktur nach Süden kann ein Quartier aus eigenständigen Häusern entstehen. Die ursprüngliche Struktur wird darin typologisch aufgegriffen und architektonisch neu interpretiert. Eine künftige Gasse, die auf den Turm der Frauenkirche ausgerichtet ist, verbindet das Elbufer mit dem Neustädter Markt. Am Königsufers entsteht durch die neuen Elbterrassen mit den Pavillonbauten und dem Narrenhäusl ein urbaner Landschaftsraum vis-a-vis der Brühlschen Terrasse. Die neuen Häuser im Quartier bieten nicht nur Raum für Stiftungen, Ateliers, Galerien, Arztpraxen und Büros, sondern auch für Gastronomie und für die neue Kunsthalle, unmittelbar am Platz – gegenüber des Blockhauses.

Das Blockhaus selber bildet mit seiner künftigen Archiv-Nutzung einen wichtigen Teil der Torsituation zwischen Elbe und Neustädter Markt. Narrenhäusl, neue Kunsthalle und das markante Eckhaus, mit seinem historischen Türmchen, stärken diese Torwirkung. Die westlich des Blockhauses gelegenen Bürgerhäuser werden teilweise rekonstruiert, um ihre ursprüngliche räumliche Wirkung auf den Neustädter Markt zurückzugewinnen. In dieser attraktiven Lage direkt am Elbufer gelegen, soll eine kleinteilige Wohnhaustypologie für städtische Wohnprogramme entstehen. Um westlich anschließend einen stadträumlichen Zusammenhang mit dem Japanischen Palais zu schaffen, wird die Erweiterung des bestehenden Hotels entlang der historischen Baufluchten vorgeschlagen. Östlich des Jägerhofes werden zwei Wohn- und Geschäftshäuser vorgesehen, welche die nördlich anschließenden Hochhausscheiben komplettieren und zugleich den Raum der Köpckestraße mit dem Finanzministerium neu fassen.

Stufe II: Wenngleich durch die neuen Bauten südlich der Großen Meißner Straße und Köpckestraße die Raumkante des Neustädter Markts geschlossen werden kann, bleibt für diesen das Problem der Maßstäblichkeit. Daher wird in einer 2. Stufe vorgeschlagen, die Straßenbreite so zu reduzieren, dass ausreichend Raum für eine teilweise Wiederbelebung des barocken Marktplatzes gewonnen wird. Auf den so entstehenden Baufeldern kann eine gemischt genutzte Bebauung entstehen, welche die historischen Raumkanten erlebbar macht. Die beiden Brunnen werden an neuer Stelle die kleineren Quartiersplätze prägen und zwischen Neu und Alt vermitteln. In der Summe gelingt so eine stadtmorphologische Neufassung, in der sich heutige und frühere Zeitschichten produktiv ergänzen. So wird auch der Zusammenhang der Dresdener Neustadt mit dem historischen Altstadtkern wieder erlebbar.